Ostenfeldes 30-Minuten Strudel
Wenn man sich jetzt mal den Spielverlauf des Ostenfelde-Spiels anschaut, dann denkt man, was ist bitte da passiert? Und wenn man das Spiel gesehen hat, fragt man sich wohl genau das Gleiche, eben nur auf eine ganz andere Art und Weise. Denn nach 35 Minuten lagen die Gäste aus Ostenfelde bereits mit 0:5 hinten. „Glaubst du mir, wenn ich jetzt sage, dass wir vor dem 0:1 schon zwei hätten schießen müssen?“, fragte Ostenfelde-Coach Christian Uphaus. Denn eigentlich gingen die Mädels richtig gut in die Partie. Mit einem Sieg im Rücken, einem ordentlich Aufwärmen und einer positiven Ansprache verzeichneten Jana Puttins und Denis Bellmann die ersten beiden richtig guten Möglichkeiten. „Im Gegenzug kriegen wir dann das Gegentor, das uns völlig aus der Bahn wirft. Und plötzlich stellen alle Fragen: Spielt der Gegner mit zwei Stürmerinnen, muss ich mich anders verhalten? Die Hintermänner sagen, warum schießt ihr vorne nicht das Tor und die vorne sagen, warum lasst ihr euch so einfach ausspielen“, fügte Uphaus hinzu. Und so nahm der Strudel seinen Lauf: 0:5 nach 35 Minuten. Und dann schießen die Mädels vor der Pause sogar selbst noch zwei Tore, scheinen eigentlich auf dem passenden Weg zu sein und scheitern wieder an der Chancenverwertung. „Wir hatten in der zweiten Hälfte noch vier hundertprozentige. Aber was man ja auch bei dem 8:4 gesehen hat, dass wir defensiv nicht stabil genug sind. Da fehlt die letzte Konsequenz und der Wille sich nochmal reinzuknien“, sagte Uphaus weiter. „Unser großes Problem ist eigentlich die Fluktuation beim Training und bei den Spielen, wodurch wir immer wieder schwankende Leistungen haben. Wenn du ständig andere Leute hast, kannst du ja auch nichts einstudieren und trotzdem müssen wir das jetzt aufarbeiten und mit der Mannschaft sprechen. Denn sobald irgendwas gegen uns passiert, fallen wir auseinander. Das wäre uns letzte Saison nie passiert, da haben wir so viele Rückstände gedreht und das ist einfach ärgerlich. Die Enttäuschung bei uns ist einfach groß, weil wir uns nach dem letzten Sieg echt Hoffnungen gemacht haben“, versuchte Uphaus die Situation weiter in Worte zu fassen.
Haberecht schießt Saxonia ins Glück
It’s Derby-Time. Und das auch noch mit extrem viel Brisanz, da Mauritz die Partie eigentlich verlegen wollte, beide Teams aber keinen passenden Nachholtermin fanden. Und dann verletzte sich in den vergangenen Wochen auch noch Saxonia-Torhüterin Lilith Gersi, weshalb Josefine Jaunich ins Tor musste. Auch bei Mauritz fehlte die Stamm-Torhüterin. „Wie das Spiel dann läuft, weiß man natürlich vorher nicht. Dass wir dann aber dominiert haben, sieht man ja schon am Ergebnis. Wir haben von Anfang an Mauritz nicht ins Spiel kommen lassen und gerade in der zweiten Hälfte auch durch die Tore dominiert“, freute sich Saxonia-Coach Mirco Warnick. Maren Schulte haute dann einen Freistoß direkt in die Maschen, Laura Gers traf gegen ihren Ex-Verein nach einer Ecke. Alle anderen Tore spielten die Gäste von Saxonia enorm gut raus und fanden immer wieder Anna Haberecht, die ihren Fünfer-Pack schnürte. „Zum Schluss waren die einfach nicht mehr nah genug an Anna dran und dann macht sie halt noch vier Tore“, fügte Warnick hinzu. Bei den Mädels passt derzeit aber auch einfach alles zusammen: Vor allem die Kombination aus Erfahrung und den jungen Hüpfern. „Das harmoniert sehr gut auf dem Feld. Man hat die letzten Jahre schon gemerkt, dass die Erfahrung fehlt, wodurch wir immer wieder Leergeld zahlen mussten. Das haben wir jetzt ein bisschen abgestellt, weil wir Spielerinnen dabei haben, die auch in schwierigen Situationen glänzen und andere zum glänzen bringen können. Und wenn’s dann einmal anläuft, dann läuft’s“, freute sich Warnick abschließend.
